Wöchentlicher Marktkommentar KW 44

Die größten Aktien und die größte Wirtschaft: Diese Woche ist für US-Investoren von großer Bedeutung: Fünf der Magnificent Seven Unternehmen werden ihre neuesten Ergebnisse veröffentlichen. Außerdem werden die USA mit den Wachstumszahlen für das dritte Quartal und den monatlichen Arbeitsmarktdaten zwei wichtige Daten zur Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt veröffentlichen.

Die Aktien der "Magnificent Seven" haben den S&P 500 in den letzten Jahren nach oben getrieben. Deshalb sollten Anleger genau hinschauen, wenn Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Apple diese Woche ihre Bücher öffnen. Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne dieser fünf Unternehmen - zusammen mit Nvidia und Tesla - im dritten Quartal um 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen sind. Wenn du diese sieben aus dem S&P 500 herausnimmst, wird der Rest des Index laut FactSet voraussichtlich kein Gewinnwachstum verzeichnen. Mit anderen Worten: Die sieben größten Unternehmen werden auch weiterhin den größten Beitrag zum Gewinnwachstum des Index leisten, so wie sie es in den letzten Quartalen getan haben. Das ist wichtig: Da die Aktienbewertungen in den USA bereits hoch sind, ist ein starkes Gewinnwachstum entscheidend für die Fortsetzung der Marktrallye.

Ein weiterer wichtiger Faktor für Anleger, die den aktuellen Bullenmarkt nutzen, ist natürlich, wie sich die US-Wirtschaft entwickelt und was das für die künftige Entwicklung der Zinssätze bedeutet. Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta, das eine Echtzeit-Schätzung des Wirtschaftswachstums auf der Grundlage der neuesten Daten liefert, geht davon aus, dass die US-Wirtschaftsleistung im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 3,4 % gestiegen ist, was eine Beschleunigung gegenüber den 3 % des zweiten Quartals bedeuten würde. Das sind zwar gute Nachrichten für die Wirtschaft, aber sie könnten bei den Anlegern gemischte Gefühle hervorrufen. Einerseits sollte das starke Wachstum die Unternehmensgewinne ankurbeln. Andererseits könnte eine robuste US-Wirtschaft die US-Notenbank dazu zwingen, das Tempo der Zinssenkungen zu drosseln, was die hohen Bewertungen des Aktienmarktes beeinträchtigen könnte.

Auf dem Kalender

Montag: Gewinne: Ford.
Dienstag: Arbeitslosigkeit in Japan (September), Geldmenge M4 im Vereinigten Königreich (September), Verbrauchervertrauen in den USA (Oktober), Stellenausschreibungen und Fluktuation in den USA (September). Gewinne: Alphabet, AMD, McDonald's, PayPal, Pfizer, Mondelez, Visa.
Mittwoch: Herbsthaushalt des Vereinigten Königreichs, Wirtschaftswachstum der Eurozone (Q3), Wirtschaftsstimmung in der Eurozone (Oktober), Wirtschaftswachstum der USA (Q3). Gewinne: Microsoft, Meta, Coinbase, AbbVie, Amgen, Caterpillar, Eli Lilly, Starbucks.
Donnerstag: Japanische Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze (September), Zinsankündigung der Bank of Japan, chinesische Einkaufsmanagerindizes (Oktober), Inflation in der Eurozone (Oktober), Arbeitslosigkeit in der Eurozone (September), persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA (September). Gewinne: Amazon, Intel, Apple, Mastercard, Merck, Uber.
Freitag: US-Arbeitsmarktbericht (Oktober). Gewinne: Chevron, ExxonMobil.

Was du letzte Woche verpasst haben könntest

Global
- Der Internationale Währungsfonds hat seine globale Wachstumsprognose für 2025 gesenkt.
- Der Goldpreis hat ein weiteres Rekordhoch erreicht (es ist schon fast langweilig).

Asien
- Die chinesischen Banken haben ihre Leitzinsen gesenkt.

Warum es wichtig ist

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine globale Wachstumsprognose für das kommende Jahr gesenkt und vor steigenden geopolitischen Risiken gewarnt, von Kriegen bis hin zu Handelsprotektionismus. In seiner jüngsten Prognose geht der IWF davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Jahr 2025 nur noch um 3,2 % wachsen wird und damit langsamer als die zuvor geschätzten 3,3 %. Die Prognose für dieses Jahr blieb mit 3,2 % unverändert. Mit Blick auf das Jahr 2025 erhöhte der IWF die Wachstumsprognose für die USA um 0,3 Prozentpunkte, da das Land über eine starke Konsumentenbasis verfügt. Die Aussichten für die Eurozone wurden jedoch um den gleichen Betrag nach unten korrigiert, da das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und Italien nach wie vor schwächelt.

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch erreicht und lag am Mittwoch bei $2.760 pro Unze, womit er seit Jahresbeginn um über 30% gestiegen ist. Mehrere Faktoren haben die Rallye vorangetrieben. Erstens sinken die Zinssätze in den meisten Ländern der Welt, wodurch die Opportunitätskosten für den Besitz von Gold sinken, das zwar wertbeständig ist, aber keine Erträge abwirft. Zweitens greifen die Zentralbanken nach dem Metall, um ihre US-Dollar-lastigen Reserven zu diversifizieren. Drittens erhöhen die gestiegenen wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold.

China hat einige der stärksten Kreditzinssenkungen seit Jahren vorgenommen, um die Wirtschaft anzukurbeln und dem Wachstumsziel von 5 % für das Jahresende näher zu kommen. Am Montag teilte die People's Bank of China mit, dass der einjährige Leitzins, der von den großen chinesischen Banken festgelegt wird und als Maßstab für Verbraucher- und Unternehmenskredite dient, von 3,35 % auf 3,1 % fallen wird - der stärkste Rückgang in der Geschichte des Landes. Der Leitzins für fünfjährige Kredite, der die Grundlage für Hypotheken darstellt, wird von 3,85% auf 3,6% gesenkt.

Hinweis:

Es handelt sich hierbei um eine Marketingmitteilung. Die enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Investieren birgt Kapitalrisiken. Der Wert einer Anlage kann steigen oder fallen. Sofern Renditen nicht in Euroangegeben sind, können sie aufgrund von Währungsschwankungen fallen odersteigen. Historische Renditen und Prognosen sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.

Die in dieser Mitteilung enthaltenen Meinungen beziehen sich auf den Erstellungszeitpunkt und können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse können von den Erwartungen und Prognosen abweichen. Die Informationen stammen aus als zuverlässig geltenden Quellen. Die Zuverlässigkeit dieser Informationen wurde zwar mit der gebotenen Sorgfalt geprüft, Serafin Asset Management GmbH übernimmt jedoch keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.

31.10.24
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