10. Oktober 2026
Gold im Portfolio: Rolle, Grenzen und was den Preis treibt
Marketingmitteilung der CORUM Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH | Serafin Wealth
Anlagerisiken bis hin zum Totalverlust · Keine Anlageberatung
Silvio Halsig, Chief Strategist Serafin Wealth Strategies · Fertiggestellt am 10. Oktober 2026, 13:00 Uhr MESZ
Für viele ist Gold zuerst Schmuck oder ein Familienerbstück. In der Vermögensverwaltung ist es mehr: In unseren Portfolios ist Gold ein eigener Baustein neben Aktien und Anleihen.
Welche Rolle es übernehmen kann, wo die Grenzen liegen und was den Preis treibt, steht in diesem Beitrag.
Kurz gesagt
- 2025 markierte der Goldpreis nach Angaben des World Gold Council 53 neue Allzeithochs. Die weltweite Nachfrage lag erstmals über 5.000 Tonnen.
- Anfang 2026 folgte ein weiteres Rekordniveau, danach eine Korrektur. Im zweiten Quartal 2026 lag der Durchschnittspreis bei 4.506 US-Dollar je Unze, rund 8 % unter dem Rekordniveau des ersten Quartals.
- Gold kann in Stressphasen stabilisieren und über längere Zeiträume niedrig mit Aktien und Anleihen korrelieren. Eine Garantie ist das nicht.
- Nach dem Hoch von 1980 dauerte es fast drei Jahrzehnte, bis der Preis in US-Dollar 2008 wieder auf diesem Niveau lag.
- Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Für Anleger in Euro kommt das Dollar-Risiko hinzu.
Zwei außergewöhnliche Jahre und eine Korrektur
Hinter Gold liegt eine außergewöhnliche Phase. Allein 2025 markierte der Goldpreis nach Angaben des World Gold Council 53 neue Allzeithochs. Die weltweite Nachfrage überstieg erstmals 5.000 Tonnen. Anfang 2026 folgte ein weiteres Rekordniveau, danach eine spürbare Korrektur: Im zweiten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Goldpreis mit 4.506 US-Dollar je Unze rund 8 % unter dem Rekordniveau des ersten Quartals.
Das zeigt beide Seiten. Gold kann ein Portfolio in unsicheren Zeiten stützen. Es ist kein risikoloser Hafen, sondern eine schwankungsreiche Anlage, die auch über längere Zeiträume deutlich an Wert verlieren kann.
Welche Rolle Gold im Portfolio übernehmen kann
1. Stabilisator in Stressphasen. Wenn Aktienmärkte stark korrigieren, hat sich Gold in der Vergangenheit häufig besser entwickelt als Risikoanlagen, etwa nach Beginn des Krieges in der Ukraine 2022. Eine Garantie gibt es nicht. In akuten Liquiditätskrisen wurde auch Gold verkauft und fiel zeitweise mit den Aktien, so im März 2020.
2. Diversifikation. Die Korrelation von Gold zu Aktien und Anleihen war über längere Zeiträume niedrig. Für die Portfoliokonstruktion zählt nicht die Rendite einer einzelnen Anlage, sondern wie sie sich mit den übrigen Bausteinen verhält. Korrelationen können sich ändern.
3. Langfristiger Werterhalt, mit langen Durststrecken. Gold ist nicht beliebig vermehrbar und verdirbt nicht. Seit dem Ende der Goldbindung des US-Dollars Anfang der 1970er-Jahre hat es seine Kaufkraft über lange Zeiträume erhalten, aber nicht in jedem Zeitraum. Nach dem Hoch von 1980 dauerte es fast drei Jahrzehnte, bis der Preis in US-Dollar sein damaliges Niveau 2008 wieder erreichte.
Risikohinweis: Gold unterliegt erheblichen Preisschwankungen und wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Für Anleger in Euro kommt das Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar hinzu. Verluste sind möglich, auch über längere Zeiträume.
Was den Goldpreis treibt
Zentralbanken. Ein wichtiger struktureller Treiber der vergangenen Jahre sind die Notenbanken, vor allem in Schwellenländern. Sie diversifizieren Währungsreserven weg von ausländischen Staatsanleihen hin zu Gold. Die geopolitischen Spannungen seit 2022 haben diesen Trend beschleunigt. 2025 kauften Zentralbanken nach Angaben des World Gold Council netto 863 Tonnen. Im zweiten Quartal 2026 waren es 289 Tonnen, 62 % mehr als im Vorjahresquartal.
Beispiel Deutsche Bundesbank. Mit rund 3.350 Tonnen hält sie nach den Statistiken des World Gold Council nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Der Bestand ist seit über zwei Jahrzehnten nahezu unverändert. Der Rückgang 1999 geht auf die Übertragung an die Europäische Zentralbank zurück, seither sank er nur geringfügig. Der Wert stieg dagegen von rund 29 Mrd. Euro Ende 1998 auf rund 397 Mrd. Euro im September 2026. Dazwischen schwankte er kräftig: 2013 sank er um rund ein Drittel.
Realzinsen. Steigen die Realzinsen, also Nominalzinsen abzüglich Inflation, wird Gold als zinsloser Vermögenswert klassisch weniger attraktiv. Sinken sie, gewinnt Gold. 2024 und 2025 hat dieser Zusammenhang an Erklärungskraft verloren: Gold stieg kräftig, obwohl die Realzinsen vergleichsweise hoch blieben. Die Nachfrage der Zentralbanken hat den Zinseffekt überlagert. Ein einzelnes Modell erklärt den Goldpreis nicht. Beide Kräfte können sich ändern.
Anleger und Industrie. Schmuck, vor allem aus Indien und China, Technologie, Barren, Münzen und börsengehandelte Goldprodukte bilden die übrige Nachfrage. Das Angebot ist begrenzt. Bergbau ist teuer und langwierig. Recycling nimmt vor allem bei hohen Preisen zu.
Wie wir Gold umsetzen
Wir setzen Gold über physisch hinterlegte, börsengehandelte Produkte in Euro um. Jedes Wertpapier ist durch eingelagertes Gold gedeckt und börsentäglich handelbar. Rechtlich handelt es sich in der Regel um Schuldverschreibungen. Neben Goldpreis- und Währungsrisiko besteht ein Emittentenrisiko. Für die Verwahrung fallen laufende Kosten an.
Unsere Einordnung
Gold ist für uns ein Baustein der Risikosteuerung, keine Wette auf Kursgewinne. Eine Beimischung soll Schwankungen in Krisenphasen dämpfen und die Abhängigkeit von Aktien- und Zinsmärkten verringern. Ob das gelingt, ist ungewiss. Wegen der eigenen Volatilität und weil Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, sollte es ein Portfolio nicht dominieren. Die Korrektur der vergangenen Monate erinnert daran.
Wie hoch eine Goldquote sein sollte, hängt von Anlageziel, Risikobereitschaft und der übrigen Vermögensstruktur ab. Wir besprechen es gerne mit Ihnen.
Risikohinweis: Anlagen in Gold und goldbezogenen Wertpapieren unterliegen Preis-, Währungs- und Emittentenrisiken bis hin zum Totalverlust.
Häufige Fragen
Warum Gold im Portfolio, wenn es keine Zinsen zahlt?
Wegen des Verhaltens zu anderen Bausteinen. Über längere Zeiträume war die Korrelation zu Aktien und Anleihen niedrig. In manchen Stressphasen hielt sich Gold besser. Das ist keine Garantie. Im März 2020 fiel Gold zeitweise mit den Aktien.
Was treibt den Goldpreis?
Zentralbankkäufe, Realzinsen sowie Nachfrage aus Schmuck, Industrie und Anlageprodukten. 2024 und 2025 stieg Gold trotz vergleichsweise hoher Realzinsen. Ein einzelner Faktor erklärt den Preis nicht.
Ist ein Gold-ETC dasselbe wie Gold im Tresor?
Nein. Physisch hinterlegte Produkte sind durch eingelagertes Gold gedeckt und börsentäglich handelbar. Rechtlich sind es oft Schuldverschreibungen. Es bleiben Goldpreis-, Währungs- und Emittentenrisiko sowie Verwahrkosten.
Wie viel Gold gehört ins Portfolio?
Das hängt von Anlageziel, Risikobereitschaft und der übrigen Vermögensstruktur ab. Wegen der Schwankungen und fehlender Erträge sollte Gold ein Portfolio nicht dominieren.
Wichtige Hinweise
Diese Veröffentlichung ist eine Marketingmitteilung der CORUM Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH im Sinne von § 63 Abs. 6 WpHG. Serafin Wealth ist ein Angebot der CORUM Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH. Die Veröffentlichung dient der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Angaben zur Portfoliopositionierung geben den Stand vom 10. Oktober 2026 wieder und können sich jederzeit ändern. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Das beschriebene Angebot richtet sich an Privatkunden mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die Wertschwankungen und Verluste tragen können. Mögliche Interessenkonflikte: CORUM verwaltet Portfolios, die in die genannten Anlageklassen investiert sind.
Quellen: World Gold Council (Gold Demand Trends Q2 2026; Gold Demand Trends Gesamtjahr 2025; World Official Gold Holdings), Deutsche Bundesbank (Währungsreserven, Zeitreihen BBFI1 und BBFI3, Stand September 2026).
Impressum (Angaben nach § 5 DDG)
CORUM Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH, Platzl 2, 80331 München · Geschäftsführung: Stefan Bucher, Thomas Gleich, Michael Ricke, Thomas Tietz · Amtsgericht München HRB 202132 · Aufsicht: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24–29, 60439 Frankfurt am Main · Inhaltlich verantwortlich: Thomas Tietz · Vollständiges Impressum und Rechtshinweise: corumgmbh.de